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SPD: Personaldebatte und keine Sachthemen

Gerhard Reese neuer SPD-Vorsitzender der Insel Rügen
Dr. Udo Knapp deutlich abgewählt

Gerhard Reese, neuer SPD-Vorsitzender auf Rügen.

Bergen auf Rügen (tw). Gerhard Reese ist der neue Vorsitzende der Sozialdemokraten auf der Insel Rügen. Der ehemalige Putbusser Bürgermeister setzte sich mit 43 gegenüber 27 Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Udo Knapp durch. Vorausgegangen war eine Personaldiskussion um das Verhalten von Knapp. Inhaltlich war bei der SPD eine Null angesagt.

Udo Knapp begann seinen Rechenschaftsbericht zunächst mit einer Schimpftirade auf Teile der regionalen Presse. Der Rüganer sei in seiner Berichterstattung und mit einem Kommentar deutlich zu weit gegangen. Knapp sprach von einem Schmierorgan, was zu deutlichen Mißfallenskundgebungen bei den 70 Anwesenden Parteimitgliedern der SPD führte.

Der zu diesem Zeitpunkt noch amtierende SPD-Chef bedankte sich beim Vorstand für die "hervorragende Zusammenarbeit" wie er auch dem gescheiterten Landratskandidaten Ingulf Donig einen guten Wahlkampf bescheinigte. Auf die Rügener SPD bezogen und die Angriffe der vergangenen Wochen gegen seine Person sagte Knapp: "Die SPD lässt sich nicht zu einem Bimbes-Verein machen. Die Interessen einzelner Mitglieder sind hinter die Interessen der Partei zurückzustellen. Es geht um die Glaubwürdigkeit der Sozialdemokraten auf unserer Insel", so Knapp.

Genau dieses warfen ihm seine Kritiker vor. Otto Greve sprach von "Zynismus gegenüber den eigenen Mitgliedern" und Dieter Nehls kritisierte den Stil, den Udo Knapp an den Tag lege.
Auf die Frage, was Knapp als Vorsitzender denn gemacht habe, antwortete dieser: "Der Vorstand hat sich mit mir gemeinsam um Sachthemen gekümmert. Ich nenne hier nur die Schulentwicklungspolitik oder die Ämterreform im Landkreis. Zudem habe ich durch regelmäßige Veröffentlichungen die Darstellung von SPD-Positionen auf Rügen befördert. Wir werden dadurch wenigstens wahr und ernst genommen", so Dr. Knapp.

In der teilweise hitzig geführten Auseinandersetzung kritisierte ein SPD-Mitglied die Vorgehensweise während der Versammlung. "Wir sollten uns mit Sachthemen beschäftigen und nicht mit Personen. Was hier passiert ist ein Schlachtfest, nichts anderes." Versammlungsleiterin Kristine Kasten schaffte es jedoch immer wieder, die Emotionen nicht zum Überkochen geraten zu lassen und konnte so zum Tagesordnungspunkt Neuwahlen überleiten.

Der Ortsverband Putbus schlug Gerhard Reese als Vorsitzenden vor, Jasmund Dr. Udo Knapp. Beide Kandidaten versicherten einen guten Umgang miteinander zu haben. Gerhard Reese betonte, dass er nun die entsprechende Zeit habe, sich voll und ganz diesem Amt widmen zu können. Für den Landtagswahlkampf sagte er den Kandidaten Angelika Peters und Udo Knapp jegliche Unterstützung zu.

Knapp verwies auf seine guten Kontakte in Schwerin und zur Rügener Wirtschaft. Für Vereine und Verbände sei er in der Vergangenheit immer mehr Ansprechpartner geworden, wenn es um die weitere Entwicklung der Insel Rügen ginge.

Er stehe jedoch nicht für "Kölner Verhältnisse" zur Verfügung, auch wenn es SPD-Mitglieder geben würde, die solchen Klüngel auch gerne hier etablieren würden. Auf die Landtagswahlen würde seine Abwahl negative Auswirkungen haben. Einen von den eigenen Leuten abgewählten dem Bürger zur Wahl in den Landtag anzubieten sei unklug.

Die Parteimitglieder entschieden sich deutlich für Gerhard Reese. Zu seinem Stellvertreter wurde der Bergener Harald Thesenvitz gewählt.


Erster Spatenstich für Bernsteinpromenade

Das vier Millionen Euro teuere Vorhaben soll am 1. April 2003 übergeben werden

Führten den ersten Spatenstich aus : Hardmund Bartels, Leiter der Arbeitsgruppe Nordstrand, Kerstin Kassner (PDS), Landrätin der Insel Rügen und Dr. Otto Ebnet (SPD), Wirtschaftsminister des Landes M-V. Göhrens Bürgermeisterin Bärbel Powilleit (BfR) "überwachte" das Schaufeln.

Foto : Günther

Ostseebad Göhren (gü). Erster Spatenstich bei strahlendem Sonnenschein für die Bernsteinpromenade ! Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet (SPD), Rügens Landrätin Kerstin Kassner (PDS) und Hardmund Bartels, Leiter der Arbeitsgruppe Nordstrand, schaufelten symbolisch für den Beginn der umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten an der Strandpromenade und im Umfeld am zurückliegenden Mittwoch den ersten Sand um.

Rund 100 Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie neugierige Passanten verfolgten den Startschuss für das insgesamt rund vier Millionen Euro teuere Vorhaben. Neben den aufwändigen Baumaßnahmen für den Promenadenbereich, die originalgetreue Errichtung des Pavillons und der sie umgebenden Flächen kommt außerdem die Sanierung der Waldpromenade hinzu.

Das sagte Hardmund Bartels am Rande der Veranstaltung gegenüber dieser Zeitung. So sei in der Woche zuvor der Bescheid über die Förderfähigkeit dieses Vorhabens auf seinem Tisch gelandet. Demnach kann die Kurverwaltung als Bauherr neben der Rekonstruktion der Promenade auch dieses Vorhaben als kombinierten Rad- und Fußweg umsetzen. Von der Waldstraße soll eine Treppe direkt zum Campingplatz entstehen.

Der Eigenanteil in Höhe von 570.000 Euro für das Vorhaben konnte durch eine Einmalzahlung der neuen Pächter des Campingplatzes für die Gebäude sichergestellt werden.


Sechs Rügener Standorte für IGA 2003

Vertragsabschlüsse erfolgt bzw. bis Ende März
unter Dach und Fach

Insel Rügen (gü). Besucher der Internationalen Gartenausstellung 2003 (IGA) werden die Möglichkeit haben, im Ausstellungsjahr sechs Außenstandorte der Messe auf der Insel Rügen zu besuchen. Von den Ende letzten Jahres beantragten insgesamt acht Standorten ist jetzt das halbe Dutzend seitens der Messeleitung bestätigt worden.

Darüber informierte dieser Tage Jochen Michaels, Projektleiter der IGA Rostock GmbH, und zuständig für die Außenstandorte. Die Rügener Projekte in Baabe, Binz, Göhren, Putbus, Ralswiek und Semper bei Lietzow rücken mit großer Wahrscheinlichkeit von April bis Oktober 2003 in das große Rampenlicht. In diesem Zeitraum findet nämlich die IGA 2003 in Rostock statt.

So beteiligt sich Binz mit der Neugestaltung der Schmachter-See-Promenade als Park der Sinne. Im Ostseebad Baabe wird die unlängst fertig gestellte Strandstraße zur Schau gestellt und in Göhren soll die rekonstruierte Strandpromenade mit dem historischen Kurpavillon zum 1. April fertig sein (siehe auch Artikel oben). Weiterhin ist auch das ehrgeizige Projekt der Neugestaltung des Parkes Semper bei Lietzow durch den LPV Ostrügen abgeschlossen.

Der Schlosspark in Putbus mit seinen 75 Hektar wird derzeit rausgeputzt und auch das Schlosshotel Ralswiek mit den Außenanlagen wird seinen Platz als Außenstandort einnehmen können. Die Putbusser beispielsweise stellen ihren Park und die klassizistischen Gebäude unter dem Motto "Stadt am Meer" interessierten Gästen vor.

Jochen Michaels war sich am Rande des ersten Spatenstichs in Göhren sicher, dass sich die Standorte während der IGA 2003 gegenseitig "empfehlen" werden, damit die auf die Insel kommenden Gäste nach Möglichkeit auch alle sechs Standorte besichtigen können. Die IGA beginnt am 25. April 2003.


Straßenbau hat begonnen

Abschnitt der B 96 zwischen Strüssendorf und Ralswiek wird zum Nadelöhr

Bergen auf Rügen (gü). Schwere Baufahrzeuge und fleißige Bauarbeiter bestimmen seit dem 18. März das Bild auf der Straße zwischen Strüssendorf und Ralswiek. Seit diesem Tag hat das Straßenbauamt Stralsund mit seinen Sanierungsmaßnahmen an dem seit Jahren in der Kritik stehenden Straßenabschnitt der B 96 begonnen. "Pünktlich zum Osterverkehr", wie Kritiker des Zeitpunktes nunmehr bemerken.

Dass diese Kritik nicht auf verschlossene Ohren stößt, betonte Landrätin Kerstin Kassner (PDS) während des letzten Kreistages. Aber da mit einem schnellen Neubau des Abschnittes nicht gerechnet werden kann, muss zumindest die gefahrlose Befahrbarkeit hergestellt werden, so die Verwaltungschefin.

War doch der Abschnitt in den zurückliegenden Monaten von 80 auf lediglich 60 km/h herunter gesetzt worden. Und nun : Während der Bauphasen dürfen sich Fahrzeuge nur noch mit 30 bis 50 km/h durch den Baustellenbereich bewegen. Halbseitige Sperrungen sind seit dem 18. März das tägliche Bild an der Baustelle.

Die am Bau tätigen Arbeiter werden in kommenden Wochen die arg lädierte Oberfläche der Straße abfräsen und anschließend erneuern. Das ganze Vorhaben soll in sechs bis acht Wochen abgeschlossen sein, wie aus dem Stralsunder Straßenbauamt verlautet.

Wie die Zukunft dieses Abschnittes aussehen könnte, das skizzierte Landrätin Kassner ebenfalls während des letzten Kreistages gegenüber den Mitgliedern des Inselparlamentes. Im Jahre 2004/05 soll neben der jetzigen Trassenführung eine neue Straße gebaut werden. Das favorisiert jedenfalls der jetzige Wirtschaftsminister des Landes, Dr. Otto Ebnet (SPD). Dieser hatte sich bei seinem Amtsantritt den Schutz der Alleen in M-V auf die Fahnen geschrieben.

Und der kam bei allen bisherigen Planungen zu schlecht weg, bemerkte Kassner, die auch wenig Aussicht auf einen erfolgreichen Widerstand zum jetzigen Stand der Dinge ausgemacht wissen wollte.

Die alte B 96 solle demnach ab dem Jahre 2005 als Rad- und Wander sowie Wirtschaftsweg genutzt werden. CDU-Fraktionschef Udo Timm wollte während des Kreistages festgehalten haben, dass Minister Ebnet seine Planungen einmal persönlich dem Kreistag vorstellen könnte. Der CDU-Politiker seinerseits favorisiert einen Ausbau vor dem Jahr 2004.


Freie Fahrt auf Rügens Straßen ?

Landkreis beschäftigt sich mit Verkehrsproblemen 2002

Bergen auf Rügen (DR). Landrätin Kerstin Kassner (PDS) lud Vertreter der Verkehrs-, Polizei- und Straßenbaubehörden sowie der Tourismusbranche ein, um Probleme, die einen reibungslosen Osterverkehr behindern könnten, im Vorfeld zu beseitigen. Darüber informiert die Landkreisverwaltung in einer der Redaktion vorliegenden Pressemitteilung.

Die untere Verkehrsbehörde des Kreises, das Straßenbauamt Stralsund sowie die Polizeidirektion Bergen haben sich auf die größeren Urlauberströme am Osterwochenende vorbereitet, heißt es weiter. Wie in den letzten Jahren auch wird eine Motorradstaffel der Johanniter als Stauberater eingesetzt.
Die untere Verkehrsbehörde weist auch darauf hin, dass eine Staubeobachtung kontinuierlich vorgesehen ist, ruft allerdings alle Verkehrsteilnehmer auf, der Verkehrsleitstelle Rügen sofort Hinweise über Staus zu geben.

Die Tourismusunternehmen sollten ihre Urlauber auf die verkehrsstärksten Zeiten am Karfreitag und Ostermontag hinweisen und möglichst individuelle An- und Abreisen organisieren helfen.
Die Polizei prüft, ob ein Abschalten der Ampeln in Samtens und an der neuen Anlage vor dem Rügendamm-Bahnhof in Stralsund ermöglicht und durch andere Regelungen ersetzt werden kann.

Das Straßenbauamt Stralsund arbeitet generell daran, die jetzige Ampelregelung in Samtens außer Kraft zu setzen und die Grünphase auf der B 96 zu ermöglichen, muss dabei aber die Zustimmung des Eisenbahnbundesamtes erwirken. Landrätin Kassner sagte dem Straßenbauamt dabei Unterstützung gemeinsam mit der Tourismuszentrale (TZR) zu, wie es weiter heißt.

Die Straßenbaubehörde wird außerdem die Baumaßnahmen an der B 96 Strüssendorf und Ralswiek zu Ostern sowie zwei Tage vor und zwei Tage nach den Feiertagen einstellen und eine zweispurige Befahrbarkeit in dieser Zeit absichern.

Auch die Ortsdurchfahrt in Binz soll über Ostern zweispurig befahrbar sein. Die vorgesehenen Deckenerneuerungsmaßnahmen der B 96 zwischen Samtens und Strüssendorf ab 22. April sollen im wesentlichen vor und nach der Hauptsaison erfolgen. Zielsetzung der Straßenbaubehörde sei es auch, die Arbeiten an den Ortsdurchfahrten Putbus und Sassnitz vor der Hauptsaison abzuschließen. Baumaßnahmen an den Ortsdurchfahrten Garz und Bobbin sind erst ab September des Jahres vorgesehen.

Weiterhin informierte das Straßenbauamt Stralsund, dass auf Rügen in diesem Jahr keine Schutzplanken mehr installiert werden. Es werden nur noch Lücken in die Planken gebaut, heißt es abschließend seitens des Landkreises.



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