"Putbus, die Braut die sich nicht traut ?"
Fortsetzung vom Titel: "Bergen sagt `Ja´ zur Ehe mit Garz"
Ein bedeutender Fakt beim Zustandekommen der Verwaltungsgemeinschaft, war vor allem die gesunde Haushaltslage beider Gemeinden. "Unsere Verwaltung wurde in den zurückliegenden Jahren zum Wohle des Haushaltes personell runtergefahren", betonte Amtsvorsteher Bartz, der gleichzeitig auf derzeitig fünf Altersteilzeitregelungen verwies.
"Diese Verwaltungsgemeinschaft ist unter den gegenwärtigen Bedingungen, die bestmögliche Lösung, denn keiner der beiden Partner muss sich auf Grund der guten Haushaltslage verstecken", so Jens Brauer, Fraktionsvorsitzender der CDU.
Seine SPD-Kollegin Angelika Peters verwies auf einen Stadtvertreterbeschluss, mit dem die Stadtverwaltung beauftragt wurde, nach möglichen Partnern für eine Gemeindefusion Ausschau zu halten. "Es ist zwar keine Gemeindefusion, aber auch mit der Verwaltungsgemeinschaft können wir zufrieden sein", so Peters.
Der öffentlich-rechtliche Vertrag, der Grundlage für die Verwaltungsgemeinschaft ist, wird, wenn die einzelnen Gemeinden des Amtes ihre Zustimmung erteilt haben, auf eine Dauer von 15 Jahren geschlossen. Am noch notwendigen "Ja - Wort" aus Richtung des Amtes wird derzeit kaum gezweifelt.
Bleibt die Frage: Welchen Weg schlägt die Fürstenstadt Putbus zukünftig ein ? Vor geraumer Zeit lehnten die Putbusser Stadtvertreter eine Gemeindefusion mit dem Amt Garz mehrheitlich ab und votierten für die Amtsfreiheit ihrer Stadt. Dies, obwohl Putbus bei einer Hochzeit mit dem Amt Garz Verwaltungssitz geworden wäre, und das Land mit einem Hochzeitsgeld von etwa 794.000 Euro den derzeitig äußerst engen Finanzspielraum der Fürstenstadt erheblich vergrößert hätte. Doch bleibt der "Braut, die sich nicht traut" auch künftig die Amtsfreiheit erhalten? Der Wille der Stadtvertreter ist da, auch die laut Kommunalverfassung notwendige Einwohnerzahl scheint auszureichen. Bleibt nur das Finanzproblem. Für große finanzielle Sprünge und Investitionen fehlt auf absehbare Zeit das Geld. Auch aus diesem Grund ist eine Zwangsangliederung der Fürstenstadt mittels Erlass des Innenministeriums gegen Ende 2005 an Bergen nicht ganz von der Hand zu weisen. "Ich werde mich diesbezüglich mit dem Innenministerium in Verbindung setzen, um eindeutige Aussagen für eine Planungssicherheit über das Jahr 2005 hinaus zu gewährleisten", betont der Putbusser Bürgermeister Harald Burwitz (FDP) im Rüganer - Gespräch.
"Über kurz oder lang führt für Putbus kein Weg an Bergen vorbei. Die Variante der Gemeindefusion mit Garz wäre nur ein Zwischenschritt auf dem Weg nach Bergen gewesen. Bei entsprechender Mehrheit könnten wir dies nun auf direktem Weg tun. Vor allem mit dem Hintergrund der großen noch ausstehenden Investitionen im Rahmen der Stadtsanierung wäre dies ein sinnvoller Schritt", so Stadtvertreter Karl - Walter Böttcher (BfR), der damit klar die Linie des Bündnis für Rügen vertritt. Die Putbusser CDU reagiert da schon etwas verhaltener: "Wir sind derzeit dabei, unseren Haushalt unter anderem durch die Entwicklung eines Personalkonzeptes auf sichere Beine zu stellen. Mit den damit erzielten Ein-sparungen erhöhen wir unseren Finanzspielraum", so Burkhard Lenz, der damit einer Ehe mit Bergen in naher Zukunft eine klare Absage erteilt.
Kommentiert: Bleibt abzuwarten ob eventuelle Einsparungen in erhofftem Maße zu Buche schlagen, oder ob hier doch eher der Wunsch Vater des Gedanken ist. Denn "noch" verbleibt für Putbus etwas Zeit zum Agieren !
Binz beschließt Verkehrskonzept
Gemeindevertretung entscheidet über kurzfristige Maßnahmen
Von Robby Günther
Ostseebad Binz. Zuviele Parkplätze in Binz ? Eine Aussage, die nicht nur die politischen Verantwortungsträger sondern auch die zahlreichen Bürger überraschte. Getroffen wurde sie von Prof. Dr. Rolf Schönknecht, der mit der INROS GmbH im Auftrag der Gemeinde ein Verkehrskonzept erarbeitet hat und die Details dieser Tage der interessierten Öffentlichkeit vorstellte. Nunmehr werden die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung am morgigen Donnerstag eine Entscheidung zu treffen haben. Über das Konzept allgemein und erste kurzfristige Maßnahmen für die bevorstehende Saison speziell.
Trotz der Aussage, dass die Maßnahmen des Verkehrskonzeptes "nicht an den Interessen der Einwohner und der Wirtschaft vorbei gehen dürfen", so Schönknecht, betonte er allerdings auch, dass "die Interessen der Gäste als Rohstoff für den Binzer Tourismus Priorität haben müssen".
Das neue Konzept basiert teilweise auf den Erfahrungen aus dem Jahr 1996. Damals beschlossen die Gemeindevertreter ihr erstes Verkehrskonzept, das allerdings im Laufe der Jahre kontinuierlich "aufgeweicht" wurde. Das als "Feldversuch" in die Binzer Analen eingegangene Konzept kam zu den Akten. Erfolgte Zählungen haben ergeben, dass rund 5.000 Pkw innerhalb 24 Stunden in den sensiblen Bereich von Binz ein- und ausfahren. "Wir müssen den Parksucherverkehr besser lenken und aus der Ortsmitte heraus halten", so Schönknecht.
Dafür hat die INROS GmbH kurzfristige Maßnahmen erarbeitet, die am morgigen Donnerstag politisch untersetzt werden sollen. So soll das Zentrum eine Zone Parkverbot werden, im gesamten Zentrum sollen 30 km / h gelten. Diese Maßnahmen sind mittels Klapptafeln anzuzeigen und das Gebietsparkverbot Zentrum wird als Verkehrszeichen an den Ortseingängen aufgestellt, so dass anreisende Tagesgäste informiert sind und auf die peripheren Parkplätze zusteuern, statt die Straßen im Ortskern zu belasten.
Damit kamen die Vertreter wieder auf die eingangs erwähnten Parkplätze zu sprechen. Insgesamt stehen in Binz 8.544 Parkplätze (alle berücksichtigt) zur Verfügung, 8.130 würden aber nur benötigt, so der Planer. Würde rechnerisch einen Überschuss von 414 Parkplätzen ergeben, der für Spitzenzeiten noch als Reserve anzusehen ist.
Ein nicht unumstrittener Punkt in den kurzfristigen Maßnahmen hängt mit der Bäderbahn bzw. dem Jagdschlossexpress zusammen. Hier schlagen die Planer eine Herausnahme aus der Hauptstraße (neue Haltestelle in der Schillerstraße) bzw. eine Änderung der Linienführung von der
L 29 auf die Ortsstraßen vor. In punkto Jagdschlossexpress sehen nicht nur die Betreiber ein großes Risiko. Mit der Verlegung der Haltestelle in die Schillerstraße würden die Behindertenparkplätze verloren gehen und der Verkehrsfluss in dieser Straße würde erheblich beeinträchtigt. Vielmehr könnte der Jagdschlossexpress eventuell wieder direkt in der Wendeschleife in der oberen Hauptstraße eine Haltestelle bekommen.
Interessierte Einwohner und Unternehmer sollten der Beschlussfassung am Donnerstag beiwohnen, damit sie umfangreich informiert sind…
Fristverlängerung abgelehnt
Gemeinde fordert von Baufirma Einhaltung des Bauzeitenplans in der Poststraße
Ostseebad Göhren (gü). Hoch schlugen die Wellen der Kritik seitens der Gemeindevertreter mit Blick auf die derzeit laufenden Arbeiten in der Poststraße. Das verantwortliche Planungsbüro und die ausführende Baufirma hatten zur Sitzung des Parlaments Anfang April einen Antrag auf Verlängerung der Bauzeit über den 31. Mai gestellt.
Doch darauf wollten sich die politischen Verantwortungsträger nach einer hitzigen Debatte nicht einlassen.
"Was derzeit in der Poststraße abgeht, können wir als Gemeinde nicht hinnehmen", so Hans-Harald Ott (SPD), der damit die Gemütslage seiner Kollegen scheinbar passend beschrieb. Lieferschwierigkeiten beim Material und Arbeitsausfälle durch den Winter wurden seitens der Planer für den Antrag genannt.
Wollten die Gemeindevertreter bei der Witterung den Argumenten noch folgen, hatten sie für die Lieferschwierigkeiten kein Verständnis mehr. Bürgermeisterin Carola Koos (CDU) erinnerte die Anwesenden daran, dass ein Beschluss die Bautätigkeiten in der Hochsaison unterbinde. Also forderten die anwesenden Gemeindevertreter einstimmig, dass die Arbeiten wie geplant zum 7. Juni fertig sein sollen.
Personalabbau im Amt
Amtsausschuss Mönchgut-Granitz will am Montag Etat für 2004 beschließen
Ostseebad Baabe (gü). Die Mitglieder des Amtsausschusses des Amtes Mönchgut-Granitz haben Sorgen mit der Personalentwicklung in ihrem Amt. Aus diesem Grund konnten sie während der letzten Sitzung am 19. April auch nicht wie geplant den Amtshaushalt für 2004 verabschieden. Das wollen sie nunmehr am kommenden Montag nachholen, wenn die diskutierten Einzelheiten im Stellenplan eingearbeitet sind, wie es während der letzten Sitzung hieß.
Der Amtsausschuss hatte sich vor geraumer Zeit darauf verständigt, die Amtsumlage der sieben amtsangehörigen Gemeinden auf eine Million Euro zu deckeln. Die restlichen Gelder müssen aus Zuweisungen und durch andere Einnahmen sicher gestellt werden. Mit Blick auf das Personal im Amt (derzeit 28 Mitarbeiter) wurde ein Büro beauftragt, Stelleneinsparungen zu prüfen und Vorschläge zu unterbreiten. Im Ergebnis dessen sollen jetzt sechs Stellen eingespart werden, wie es am 19. April dazu hieß.
Im Verwaltungshaushalt sind Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 1.593.300 Euro und im Vermögenshaushalt Einnahmen und Ausgaben von 163.700 Euro vermerkt.
Die Dachmarke Rügen
Rügens Gäste wollen Rügener Produkte kennen lernen und genießen
Rügen (DR). Rügens Produkte kennen zu lernen hat für die Gäste unserer Insel einen fast ebenso hohen Stellenwert, wie Strand zu erleben, zu wandern oder Rad zu fahren. Offenbar jedoch wird dieser Wunsch (noch) oft enttäuscht. Gäste, die bereits auf Rügen waren, verbinden nämlich Rügen deutlich weniger mit bestimmten Produkten, als diejenigen, die Rügen noch nicht kennen.
Dies ist eins der zentralen Ergebnisse einer Befragung im Rahmen des Projekts "Dachmarke Rügen". Auf der Internetseite www.ruegen.de wurde Anfang April 2004 ein Fragebogen präsentiert, der abfragen sollte, wie Rügen denn von außen gesehen wird. Eine Methode, die in diesem Umfang auf Rügen erstmals angewandt wurde.
905 Personen nahmen in auswertbarer Form an der Befragung teil. 45 Prozent dieser Teilnehmer gaben an, Rügen noch nicht zu kennen. 54 Prozent waren bereits hier. 38 Prozent aller Befragten übrigens schon zum wiederholten Male.
Diese Verteilung macht es vertretbar, in der Auswertung zu unterscheiden zwischen denen, die Rügen bereits kennen, und denen, die noch nicht hier waren.
Das Alter der Teilnehmer lag im Durchschnitt bei knapp 43 Jahren. Über 90 Prozent der Teilnehmer beabsichtigen, Rügen zu besuchen, die meisten reisen als Paar (54 Prozent), 28 Prozent mit der Familie. 70 Prozent der Befragten präferieren eine Unterkunft mit mindestens 3-Sternen. Die für die Intention der Befragung richtige Zielgruppe wurde somit offenbar getroffen.
Der deutlich ausgeprägte Wunsch, im Urlaub regionale Produkte kennen zu lernen, legt die Frage nahe, welche Produkte denn jenseits des Rügendamms eigentlich bekannt sind. Die offene Frage "Welches Produkt fällt Ihnen ein, wenn Sie an Rügen denken?" weist auf einen großen Handlungsbedarf hinsichtlich der Vermarktung Rügener Produkte hin.
Fast 400, das sind etwa 45 Prozent der 905 Befragten, geben hier keine Antwort oder bedauern, dass ihnen kein Produkt einfiele. Weitere 14 Prozent der Antworten nennen Kreidefelsen, Natur, Strand und Ruhe, die Störtebeker Festspiele, den "Rasenden Roland" oder ähnliches. Auch diese Antworten können eigentlich zu denen gezählt werden, denen zu Rügen nicht unbedingt ein Produkt einfällt. Zumindest jedoch wird Rügen hier mit bestimmten Attraktionen verbunden. Drei Mal übrigens wird Rügenwalder Teewurst genannt.
Nicht überraschend für eine Küstenregion nennen immerhin 127 Antworten (knapp 14 Prozent) Fisch generell oder einzelne Arten wie Hering, Flunder Dorsch als Produkt, das sie mit Rügen verbinden. 27 mal (drei Prozent) wird zusätzlich explizit "Rügenfisch" genannt. Damit liegt diese Marke gleichauf mit der Nennung von Bernstein als typisches Rügenprodukt.
Mit acht Prozent bzw. sieben Prozent der Nennungen folgen Kreide (Heilkreide) und Sanddornprodukte. Käse generell oder der "Rügener Badejunge" sowie kunsthandwerkliche Produkte haben mit jeweils unter zwei Prozent so gut wie keine Bedeutung in der Außenwahrnehmung Rügens.
Die Bekanntheit einzelner Produkte Rügens wird hier auf der Insel offenbar deutlich überschätzt. Dies unterstreicht die weitere Frage, welche Besonderheiten mit Rügen verbunden werden.
Rügen ist für die Befragten vor allem geprägt durch seine intakte Natur und ihren besonderen Schönheiten aber deutlich weniger durch bestimmte Produkten oder Einkaufserlebnisse.
Geht es um die Frage nach bestimmten Produkten, auf die wir uns heute konzentrieren, zeigen sich stark unterschiedliche Bewertungen zwischen "Neulingen und Kennern". Dieses Ergebnis heißt im Klartext, dass diejenigen, die Rügen noch nicht kennen, erwarten oder hoffen, dass sie auf Rügen auch besondere regionale Produkte vorfinden werden.
Waren die Gäste erst einmal dort, haben sie festgestellt, dass dem (noch) nicht so ist und verbinden Rügen deutlich weniger mit bestimmten Produkten. Anscheinend finden viele Gäste die vorhandenen Angebote nicht oder erkennen sie nicht.
In einer so nicht erwarteten Deutlichkeit zeigt die Untersuchung, dass Rügen bislang noch in keiner Weise ein Name für gesunde, natürliche und besondere Produkte ist. Einzelne Produkte und Produktgruppen werden nur in sehr geringem Maße mit Rügen in Verbindung gebracht. Auch die Kreide ist für die Menschen eher etwas zum Bestaunen am Königsstuhl als das heilende rügentypische Wellnessprodukt.
Der dem gegenüberstehende große Wunsch nach regionalen Produkten belegt die These der Projekte "Dachmarke" und "Kompetenzzentrum", dass einer professionellen Vermarktung Rügener Produkte große Potenziale liegen, die Nachfrage und den Absatz zu fördern und Möglichkeiten zu schaffen für mehr Wertschöpfung in diesem Bereich und damit auch für neue Arbeitsplätze.
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