So will man Rügen scheibchenweise unter Naturschutz stellen
Dipl.Ing.Ök. Rudi Dobbert, Sprecher der Pro A - 20 Initiative
In den letzen Wochen liest man immer häufiger, dass unser Land die
Forderung von Brüssel bezüglich der auszuweisenden FFH-Gebiete
noch nicht erfüllt hat. An der Erbringung der geforderten Fläche
hängen Fördermittel von Brüssel. Was ist dann
förderfähig?
Am Status Naturpark hängen gegenwärtig die Förderung eines
neuen Amtes, an der unter Schutzstellung der Kormorane hängt die Bitte
an unsere Jäger, diese zu schießen, um die bis dato entstandenen
Schäden für unsere Fischer und in unserer Natur nicht weiter
ausufern zu lassen, der Bau des Rügendammes wurde schon wegen eines
Gutachtens zum Vogelzug um ein Jahr verzögert.
Wir wollen nicht wiederholen was durch den Wirtschaftsrat der CDU Sektion
Rügen zur Schaffung eines Naturparkes angemahnt und vom
Bauernverband, unseren Fischern und dem Wirtschaftsverein mit weiteren
sachlichen Argumenten unterstützt wurde. Es sei uns an dieser Stelle
die Frage an unseren Kreisstag gestattet, welchen Stellenwert hat unser
regionales Entwicklungskonzept ?
Von der Entwicklung der Wirtschaft auf unserer Insel ist uns nichts
Nennenswertes bekannt, aber " unter Leitung der Landrätin Kerstin
Kassner werden derzeit im Landratsamt die vorgeschlagenen Gebiete
überprüft."
Wer hat die Gebiete vorgeschlagen? Werden damit Arbeitsplätze
geschaffen? Oder, Herr Umweltminister Methling befiehlt, wir folgen. So
wurden vor nicht allzu langer Zeit die ersten FFH-Gebiete auf unserer
Insel festgelegt. Stimmt es nicht, dass Herr Methling in unserem Land
250.000 ha zusätzlich zu FFH-Gebieten erklären will ?
Unsere Insel besitzt ca. 97.260 ha Landfläche, davon sind 9.726 ha
Weidefläche, 2.139 ha Wiesen, 50.770 ha Ackerland, 33.750 ha Wald u.-
Ödland und 875 ha nicht definierte Fläche. Darin sind 9.726 ha
Nationalpark und Naturschutzgebiete, 32.096 ha Landschaftsschutzgebiete und
Biosphärenreservate und 8.948 ha FFH-Gebiete enthalten. Somit ist auf
unserer Insel bereits eine Fläche von 52,2% = 50.770 ha unter Schutz
gestellt !
Für den Naturpark wurden weitere 25.500 ha von der Landrätin
vorgesehen. Herr Methtling will für weitere FFH-Gebiete 30.000 ha.
Das wären weitere 57.06 % = 55.500 ha . Somit wären 109,3 % =
106.270 ha ! Zu viel Naturschutz - unserer Insel fehlen ca. 9 ha zum Plan!
Erinnert sei an die Kormorane! - und daran, dass Herr Methling für
eine derart wichtige Entscheidung unseren daran beteiligten Kommunen zwei
Monate Zeit für eine Entscheidungsfindung zur Verfügung stellt !
Will Herr Methling überhaupt eine Beteiligung, wenn seine vorgegebene
Zielstellung nicht anerkannt wird, was dann?! Nochmals der Appell an unsere
Kommunal- und Kreispolitiker, lasst uns gemeinsam endlich ernsthaft unsere
eigenen Probleme lösen, denkt an unsere Menschen, an unsere Kinder und
Enkelkinder - die bereits 50.770 ha unter Naturschutz gestellten
Flächen haben unsere Existenz nicht gesichert! Die gegenwärtige
Realität auf unserer Insel ist, Fördermittel für den dritten
Arbeitsmarkt und Umweltprojekte zu organisieren.
Vergessen dabei wird aber, dass eine gut florierende Wirtschaft
unabdingbare Voraussetzung für soziale Gerechtigkeit ist und jeder
seinen Teil dazu beitragen sollte. Wir schließen uns den
Vorschlägen des Wirtschaftsrates d. CDU e.V. Sektion Rügen an und
fordern den Kreistag auf die Effizienz des Amtes für Wirtschaft und
Kultur zu überprüfen und die Mitarbeiter des Amtes für
Wirtschaftsförderung aufzufordern, die Bürger und die Wirtschaft
unserer Insel über bestehende Fördermöglichkeiten zu
informieren und bei der Beantragung zu unterstützen.
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