D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

15. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 30. Juni - 6. Juli 2004 unabhängig - überparteilich

Keine Entlassung durch SGB II

Titelgeschichte der letzten Rüganer - Ausgabe fortgesetzt

Bergen auf Rügen (ks). Bereits in der letzten Ausgabe berichtete Der Rüganer, dass es infolge der Umsetzung des SGB II zu keinen Entlassungen innnerhalb der Bergener Stadtverwaltung kommt. Dieser Entscheidung vorausgegangen war ein Beschluss der Stadtvertretung aus Anfang Juni, in dem sich das Gremium einstimmig für die vorsorgliche Kündigung von maximal elf Mitarbeitern der Verwaltung aussprach. Grund dafür ist das SGB II, das ab 1. Januar 2005 in Kraft tritt. Ab dann werden Sozial- und Arbeitslosenhilfe zusammengelegt und nicht mehr wie bisher von den Kommunen in Trägerschaft des Landkreises sondern von der neugegründeten ARGE, bestehend aus Landkreis und Agentur für Arbeit, bearbeitet und ausgereicht.

Bereits Anfang Juni gab Bergens Bürgermeisterin Andrea Köster (CDU) zu verstehen, dass der Beschluss zum Stellenabbau nur eine Vorsorgemaßnahme sei, da sich der Landkreis bis Ende Juni über die personelle Bestzung der ARGE äußern wolle. Doch um Schaden von der Stadt fernzuhalten (ca. 90.000 Euro pro Quartal) war eben dieser Beschluss notwendig.

Wie Der Rüganer bereits vor der letztwöchigen Stadtvertretersitzung in Erfahrung bringen konnte, waren die intensiven Verhandlungen zwischen Stadt und Landkreis von Erfolg gekrönt. Die elf Mitarbeiter des Bergener Sozialamtes bleiben nun offiziell Mitarbeiter der Stadtverwaltung, arbeiten aber für die Arbeitsgemeinschaft aus Landkreis und Arbeitsamt und werden auch von diesen bezahlt.

Umso unverständlicher die Argumentation von SPD, PDS, BfR und der Unabhängigen Stadtvertreter, die, obwohl die Verwaltung den Urbeschluss bezüglich der Entlassungen aufheben lassen wollte, einen "Eiertanz" über mögliche Personalkostensenkungen zur Verhinderung des Stellenabbaus aufführten. Angelehnt an die Arbeitszeitreduzierung der Landesbediensteten forderten die Spitzen von SPD, PDS, BfR und der Unabhängigen Stadtvertreter bis kurz vor Schluss die Arbeitszeitabsenkung in der Stadtverwaltung. Ein Antrag, der sich zwar solidarisch (O-Ton Angelika Peters, SPD) mit den elf gefährdeten Mitarbeitern zeigte, jedoch unüberschaubare Auswirkungen bezüglich einer bürgernahen Verwaltung und vieler kommunalen Einrichtungen gehabt hätte.

Hinzu kommt, dass der Vorschlag allein auf Grundlage der von der Verwaltung vorgeschlagenen Beschlussaufhebung jede Grundlage verlor. Am Ende lenkten die Parteien unter der Bedingung ein, dass auch künftig keine betriebsbedingten Kündigungen erfolgen. Mit der Ergänzung dieses Satzes auf der Beschlussvorlage wurde der Antrag der Verwaltung einstimmig angenommen.

Wie sehr die bereits erwähnten Parteien während dieser Sitzung ihren Wählerauftrag aus den Augen verloren haben, zeigen allein folgende Fakten, zu denen sich nicht geäußert wurde : In den Gemeinden und Städten der Insel bearbeiten derzeit 18 Mitarbeiter die Sozialhilfe, allein elf in Bergen. Das heißt, über die Häfte aller Sozialhilfeempfänger leben in der Kreisstadt ! Bisher bearbeiteten 45 Leute die Sozial- bzw. Arbeitslosenhilfe (18 aus den Kommunen, drei vom Landkreis und 24 im Arbeitsamt). Mit der Gesetzesänderung werden laut Landkreis aber 89 Mitarbeiter benötigt. Wo ist da der Sinn ?



Nach 45 Jahren im Ruhestand

Zolloberamtsrat Jürgen Schultz beendet seinen Dienst

Rügen / Prora (chn). SNach erfolgreichen 45 Dienstjahren beim Zoll beendet Zolloberamtsrat Jürgen Schultz seinen Dienst. Mit Ablauf des Monat Juni geht der 65-Jährige in den wohlverdienten Ruhestand. Als gelernter Former und Eisenschweißer kam er 1971 in die Zollverwaltung. Dort begann seine Laufbahn u.a. als Schieß- und Sportlehrwart. Von August 1987 an studierte Jürgen Schultz an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Münster.

Finanzpräsident der Oberfinanzdirektion Dr. von Gerlach verabschiedete Jürgen Schultz (rechts) am Donnerstag. Foto: (chn)
Drei Jahre später hatte er den Abschluss als Dipl. Finanzwirt in der Tasche. Jürgen Schultz war schon immer etwas Besonderes. Denn an der Fachhochschule war er der älteste Student überhaupt. Nach dem erfolgreichen Abschluss erfolgte die Übernahme in den gehobenen Zolldienst. Im Jahre 1995 wechselte der damals 56-Jährige zum Hauptzollamt, wo er den Dienstposten als Personalchef bekleidete.

Bereits ein Jahr später erfolgte die Versetzung in die Vollstreckungsstelle, in der er bis zur Pensionierung als Zoll-oberamtsrat tätig war. "Außergewöhnliche Ereignisse erfordern außergewöhnliche Maßnahmen", so Finanzpräsident der Oberfinanzdirektion Dr. von Gerlach bei der Verabschiedung von Jürgen Schultz am vergangenen Donnerstag. In seiner Rede dankte Finanzpräsident Dr. von Gerlach Jürgen Schultz für sein Engagement in den vergangenen Jahren beim Zoll. Auch Regierungsdirektor Harry Thür machte auf das Können des immer zu Späßen aufgelegte Zoll-oberamtsrates Jürgen Schultz aufmerksam. Aber ebenso dankte Harry Thür für die Leistungen in den vergangenen Jahren.

Jürgen Schultz bedankte sich in der vergangenen Woche bei allen, die an seiner Karriere mitgewirkt haben. Und das waren nicht Wenige. Jürgen Schultz sagte in einer emotionalen Rede: "Ich danke meinen Vorgesetzten, die mir vertraut haben und mich gefördert haben. Aber noch mehr danke ich allen meinen unterstellten Mitarbeitern, die mit herausragenden Arbeitsergebnissen bestachen.

Neben dem Drittel eigenen Könnens und dem Drittel Glück ist das entscheidende Drittel für eine erfolgreiche Arbeit und für eine erfolgreiche Karriere als Vorgesetzter gute Mitarbeiter", sagte Schultz abschließend.



Marko Rehmer zu Gast in Binz

Der Abwehrspieler von Hertha BSC über Pech, Fußball, Privates und Träume

Von Robby Günther
Ostseebad Binz. "Wir sind hierher gefahren und haben gesagt : Okay, wenn wir verlieren, fahren wir wieder nach Hause !" Dieser Satz von Hertha BSC-Abwehrspieler Marko Rehmer wird wohl noch vielen Fußballfreunden in reger Erinnerung sein. Er wird sich wohl so schnell auch nicht aus der persönlichen Vita des im April 1972 geborenen Fußballers tilgen lassen. Nach einer verkorksten, aber doch glücklich zu Ende gegangenen Saison für den Hauptstadtclub erholte sich Marko Rehmer mit Ehefrau Daniela und Söhnchen Jannik dieser Tage auf der Insel Rügen.

Abwehrspieler Marko Rehmer (rechts) zu Gast im Dorint Sofitel Strandhotel Binz Rügen. Begrüßt wurde er von Sandra Fuchsgruber, Empfangschefin, und Michael Werner, F&B Mananger des Hotels, zu einem 14-tägigen Urlaub in Binz. Foto : Günther
14 Tage nichts sehen und nichts hören
Wir treffen den seit 1996 in der Bundesliga spielenden Rehmer in der Lobby des feinen Dorint Sofitel Strandhotel Binz Rügen an der Strandpromenade. Bei Kaffee und Mineralwasser plauscht der Profi mit unserem Reporter über "Gott und die Welt". Zwei Wochen Urlaub mit der Familie, nichts hören, nichts sehen und einfach mal ausspannen, heißt sein Motto, verrät uns der 32-Jährige, der in der abgelaufenen Saison einige Verletzungsprobleme hatte und deswegen nicht ausreichend spielen konnte. Er will wieder fit werden, sich gegenüber DFB-Teamchef Rudi Völler mit Leistungen empfehlen, wie er sagt (Völler ist inzwischen zurückgetreten). Die EM 2004 fand ohne ihn, das Gespräch zwischen uns findet just am 15. Juni statt, der Abend, als Deutschland gegen Holland im ersten Gruppenspiel antritt. Sein Tipp?, fragen wir ihn. "Beide Mannschaften werden sich abtasten, das Spiel wird sich entwickeln", gibt er sich vorsichtig mit einer platzierten Einschätzung. Gegen Lettland hoffte er auf einen Sieg, gegen die Tschechen tippte er bereits auf ein Endspiel.

Fußballinteressierte Leserinnen und Leser wissen, wie die Spiele der deutschen Nationalmannschaft ausgegangen sind. Übrigens, Rehmer konnte 2002 als Vizeweltmeister heimkehren. Die WM 2006 im eigenen Land ist ein großes Ziel für ihn. Marko Rehmer startet seine Karriere in der Saison 1996 / 97 beim FC Hansa Rostock, bleibt drei Jahre und wechselt schließlich zu Hertha BSC nach Berlin. Bis heute hat der Abwehrspieler 188 Einsätze in der Bundesliga sowie 35 Spiele im Trikot der Nationalmannschaft bestritten. Doch genug über Fußball geredet, schließlich hat er Urlaub, erfährt unser Gespräch eine Wendung mehr ins Private. Wie er auf das Dorint Sofitel Strandhotel Binz Rügen gekommen sei, wollen wir wissen.

Ehefrau Daniela war bereits vor zwei Jahren im Hotel zu Gast, hatte gute Erinnerungen und so war die Buchung nur eine Formsache. Trotz wechselhaftem Wetter während des zweiwöchigen Aufenthalts sind Rehmers mit Sohnemann Jannik viel unterwegs, sehen sich Vieles auf Deutschlands größter Insel an. Als zehn- oder elfjähriger Knirps war Rehmer das letzte Mal hier. Damals mit seinen Eltern in den Ferienheimen des FDGB zu Gast. Dort, wo heute HAPIMAG zu finden ist, erinnert er sich.

In jeder Ecke der Insel Schönes entdeckt
2004 waren Kap Arkona, Nationalpark Jasmund, das Mönchgut und anderes mehr Ziele der Ausflüge. Auch die Insel Hiddensee stand noch auf dem Programm. "Es gefällt uns gut hier", sagt er kurz und knapp und fügt hinzu : "Aufgefallen ist uns aber, dass man oft immer etwas extra bezahlen muss." Also, selbst Leuten wie einem Profifußballer fallen die vielen kleinen Gebühren auf der Insel auf. Wenn das kein Anstoß zum Nachdenken ist ?

In Binz selbst hat es ihn öfter zum Fischer am Ende der Promenade gezogen. Leckerer Räucherfisch, direkt am Strand, was gibt es Besseres ? Marko Rehmer vergisst aber während seines Aufenthaltes doch nicht ganz, dass die neue Saison vor der Tür steht, und somit neue Herausforderungen für ihn und die alte Dame Hertha BSC warten. Eine bessere Spielzeit soll es werden, dafür will die Mannschaft kämpfen und so trabt er nach unserem kleinen Plausch locker in Richtung Strand, ehe er sich zum halbstündigen Dauerlauf aufmacht.

Natürlich den rollenden Ball in Portugal verfolgt
Doch ohne "echten" Fußball ging es auch im Urlaub nicht. Und schon gar nicht, wenn gerade die EM in Portugal läuft. So war Marko Rehmer auch öfter im Hotel "Am Meer" zu Gast und einmal im Bistro "Cappuccino" und hat dort begeistert wie zahlreiche Touristen auch einfach dem Ball mal zugeschaut. Und dabei vielleicht schon von der WM im eigenen Land geträumt, bei der er auf alle Fälle dabei sein will… Wir wünschen viel Glück !





Unter dem Hammer !

Sommerauktion der Norddeutsche Grundstücksauktionen AG am 2. / 3. Juli

Rostock / Rügen (DR). Am 2. und 3. Juli führt die Norddeutsche Grundstücksauktionen AG ihre traditionellen Sommerauktionen durch. Dabei kommen in Rostock 142 Immobilien aus Mecklenburg-Vorpommern unter den Hammer. Das Auktionslimit (Summe der Mindestgebote) beträgt insgesamt 1,9 Mio. Euro. Den Hauptteil machen Ferien-und Freizeitimmobilien an der Ostsee sowie Ein-und Mehrfamilienhäuser aus. Daneben stehen Gewerbeimmobilien. Gutshöfe und Grundstücke zur Versteigerung. Die Immobilien werden zu Startpreisen von 100 bis 179.000 Euro aufgerufen.

Auch sechs Objekte von der Insel Rügen befinden sich auf der Auktionsliste. Zu den spektakulärsten Immobilien zählt ein Reetdachhaus mit Seeblick im Schaproder Ortsteil Seehof. Das Gebäude mit Swimmingpool, Doppelgarage, Sauna, Whirlpool und Fußbodenheizung wurde 1996 errichtet. Auf dem 1.276 Quadratmeter großen Grundstück befinden sich außerdem ein großer Grillplatz und ein Teich mit angelegtem Wasserfall. Das Mindestgebot für die Immobille beträgt 160.000 Euro.

Aus dem Altenkirchener Ortsteil Reldervitz kommt ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit einer Ferienwohnung unter den Hammer. Das um 1936 errichtete Gebäude in Alleinlage kann ab 40.000 Euro ersteigert werden. Auch für ein 67.062 Quadratmeter großes Grundstück (Brachland) mit zwei Seen im Putbusser Ortsteil Ketelshagen wird ab 9.000 Euro ein neuer Besitzer gesucht. Ein Gartengrundstück mit Schuppen im Schaproder Ortsteil Lehsten wird zum Startpreis von 5.000 Euro aufgerufen.

Für Grünland-Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 73.217 Quadratmeter müssen insgesamt mindestens 7.500 Euro geboten werden. Ein ehemaliger Lagerplatz in Bergen/Neklade kommt ab 1.000 Euro unter den Hammer. Die Sommerauktionen der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG finden am 2. und 3. Juli, jeweils ab 11 Uhr, im Rostocker OSPA-Zentrum (Vögenweg 23) statt. Alle 142 Immobilien sind im Auktionskatalog ausführlich in Wort und Bild dargestellt.





Erweiterung der Kläranlage in Lobkevitz

2. Ausbaustufe bedeutet keinen Anschluss der noch nicht
angeschlossenen Splittersiedlungen an die Anlage

Von Wolfgang Urban
Lobkevitz. Am 25. Juni überreichte Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet (SPD) in der Kläranlage an der Straße von Breege nach Lobkevitz einen Fördermittelbescheid zu deren Erweiterung. "Schritt für Schritt entsprechend dem Bedarf ausbauen ist besser als zu groß bauen!" Darin waren sich die Gesprächspartner mit Blick auf zu groß gebaute Kläranlagen auf dem Festland einig.

Während des Rundgangs in der Kläranlage in Breege-Lobkevitz. Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet (links) im Gespräch mit Carsten Schultz, Ingenieur für Abwasser des ZWAR. Foto: Urban
Kapazitätsgrenze ist erreicht
Die Kläranlage in Breege-Lobkevitz wurde in ihrer ersten Ausbaustufe im Jahr 1996 in Betrieb genommen und hat eine derzeitige Auslegungsgröße für 3.700 EW (Einwohnergleichwerte). Nach Fertigstellung wird ein Anschlusswert von 7.000 EW erreicht sein. Wenn damit dann fast doppelt so viele Abwässer wie bisher geklärt werden können, dann bedeutet dies jedoch nicht, dass jetzt auch die letzten Privathaushalte in den Splittersiedlungen mit ihren Sickergruben und Kläranlagen an die zentrale Anlage angeschlossen werden sollen.

Dazu seien die notwendigen Investitionen viel zu groß, erklärte Carsten Schultz, Ingenieur für Abwasser des ZWAR (Zweckverband Wasserversorgung und Abwasser Rügen).Vielmehr gehe es bei der jetzigen Erweiterung der Kläranlage um Anschlussmöglichkeiten für gewerblich-touristische Nutzungen. Dazu erklärt das Wirtschaftsministerium u.a.: "Das Einzugsgebiet für die Kläranlage Breege-Lobkevitz im Norden der Insel Rügen mit den Gemeinden Breege, Wiek und Altenkirchen befindet sich nach dem Regionalen Raumordnungsprogramm Vorpommern in einem Tourismusschwerpunkt- bzw. -entwicklungsraum und ist damit auf eine weitere gewerblich-touristische Entwicklung ausgerichtet.

Die Kläranlage... hat eine derzeitige Auslegungsgröße von 3.700 Einwohnergleichwerten (EW), wobei der Einlaufbereich mit Sandfang und Siebung bereits auf 7.000 EW ausgelegt wurde. Mit dem Ausbau der Ortskanalisation der Gemeinden und der zunehmenden touristischen Entwicklung vorrangig in den Gemeinden Breege und Wiek hat sich der Anschlusswert ständig erhöht, so dass seit 1999 die Überwachungswerte der 1. Ausbaustufe vereinzelt überschritten wurden. Aufgrund der Erreichung der Kapazitätsgrenze sind weitere Anschlussmöglichkeiten derzeit nicht mehr möglich, womit die weitere touristische Entwicklung der Region verhindert wird." Genau das Gegenteil ist aber gewollt.

Daher unterstützt das Wirtschaftsministerium die Investition des ZWAR in die Erweiterung der Kläranlage in Breege-Lobkevitz mit 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Insgesamt wird von Baukosten in Höhe von 1.197.000 Euro ausgegangen.

Investition für Tourismusgewerbe
Wirtschaftsminister Dr. Ebnet: "Rügen zieht Touristen magnetisch an, durch zusätzliche Angebote wollen wir der steigenden Nachfrage gerecht werden." Zur Umsetzung weiterer touristischer Vorhaben gehöre die Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur. Hinzu kommt, dass die Erweiterung der Kläranlage auch dringend für die Absicherung bestehender Arbeitsplätze notwendig ist. Dazu stellt das Wirtschaftsministerium fest: "Im Falle des Campingplatzes Drewoldke (ca. 2.000 EW) ist der Anschluss an die Kläranlage Breege-Lobkevitz sogar dringend erforderlich, da ansonsten eine Schließung seitens der Unteren Wasserbehörde verbunden mit dem Verlust von Arbeitsplätzen droht. Die Abwasserentsorgung erfolgt auf dem schon zu DDR-Zeiten bestehenden Campingplatz noch immer über eine Vielzahl abflussloser Sammelgruben und entspricht nicht mehr dem Stand der Technik." Für den Campingplatz sei "der Anschluss an die erweiterte Kläranlage von existenzieller Bedeutung."

Geruchsbelästigung durch Erweiterung?
Während der geplanten Erweiterung der Kläranlage Breege-Lobkevitz vom September 2004 bis Juli 2005 sollen ein weiteres Kombi-Becken für die sogenannte "Belebung und Nachklärung" sowie eine Gebläsestation und Klärschlammvererdung gebaut werden.

"Mit dem Bau der Klärschlammvererdung", so Ingenieur Carsten Schultz, "wird jetzt eine Möglichkeit zur Zwischenlagerung des Klärschlammes für sechs bis sieben Jahre geschaffen. Damit können die aufwändigen Transporte des Klärschlammes zur Biogasanlage in Pastitz abgelöst werden.

Diese Transporte haben einen sehr hohen Wasseranteil von 95 Prozent." Nachgefragt: "Entsteht durch die Zwischenlagerung des Klärschlammes eine Geruchsbelästigung für die Anwohner?" Antwort Carsten Schultz: "Nein, der Schlamm ist nachher ausgefault. Wenn die Anlage richtig funktionieret, wovon wir ausgehen, dann wird es hier keine Geruchsbelästigung geben. Der Schlamm wird so stichfest und krümelartig, dass er nach den jetzigen gesetzlichen Bestimmungen auf den Feldern als Dünger gestreut werden kann."


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